Holzratgeber

Fragen zum Thema Hartholz

Nachfolgend haben wir versucht, häufige Fragen zum Thema Hartholz zu beantworten.Die von uns gegebenen Hinweise sind Empfehlungen, aus denen keinerlei Gewährleistungs- bzw. Haftungsansprüche abgeleitet werden können.


Was ist ein Hartholz?

Wann ein Hartholz, wann Weichholz für die Terrasse?

Warum benötige ich ein Hartholz für meine Terrasse?

Welche Harthölzer gibt es?

Wo kommen die Harthölzer her?

Bangkirai – das am stärksten verbreitete Terrassenholz

Erfahrungen mit den gängigsten Harthölzern?

FSC zertifizierte Hölzer – was ist das?

Holzhandelssicherungsgesetz (HolzSiG)

Wie baue ich meine Terrasse mit Hartholz? – Was muss ich beachten?


 

Was ist ein Hartholz?

Im allgemeinen Sprachgebrauch ist Weichholz ein Nadelholz und Hartholz ein Laubholz. In der Literatur ist diese Aussage allerdings widersprüchlich, da es viel weiche Laubhölzer und relativ harte Nadelhölzer gibt. Daher wird heute meist auf die Rohdichte des Holzes verwiesen. Nadel- oder Laubhölzer mit einer Rohdichte unter 0,55 g / cm3 sind Weichhölzer, darüber handelt es sich um Harthölzer. So ist z. B. ein Eichenholz ein klassisches Hartholz.

 

Wann ein Hartholz, wann ein Weichholz für die Terrasse?

Wer sich für eine Terrasse oder Balkon aus Holz entscheidet, hat mehrere Entscheidungskriterien. Das Holz sollte möglichst lange halten, der Preis spielt eine Rolle oder auch Umweltgesichtspunkte.
Die Haltbarkeit des Holzes wird heute durch sog. Dauerhaftigkeitsklassen bestimmt. Diese EU-Norm (EN 350) teilt alle gängigen Holzarten in Ihre natürliche Dauerhaftigkeit ein. In einer Einteilung von 1 (sehr dauerhaft) bis 5 (nicht dauerhaft) werden z. B. die gängigen Terrassenhölzer wie folgt eingeteilt:

Holzart Dauerhaftigkeitsklasse
Douglasie              3-4
Kiefer              3-4
Sibirische Lärche              3
Europäische Lärche              3-4
Bangkirai              2
Bongossi              2
Massaranduba              1

 

Bei entsprechender Pflege wird dem Douglasienholz auf der Terrasse eine Lebendauer von ca. 10 – 15 Jahren nachgesagt, einem Bangkirai-Holz eine von 20 Jahren und mehr.
Auch der Preis spielt eine Rolle für die Entscheidung. Natürlich ist ein Europäisches Weichholz aus dem heimischen Anbau günstiger als ein importiertes Tropenholz. Wenn Sie hierzu Fragen haben, sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gerne.

 

Warum benötige ich ein Hartholz für meine Terrasse?

Die Resistenz des Holzes draußen gegenüber Pilzbefall, etc. hängt von seiner Dauerhaftigkeit ab, welche sich in der Dauerhaftigkeitklasse niederschlägt. D. h. Sie benötigen nicht unbedingt ein Hartholz für die Terrasse, die Auswahl des Holzes ist meist eine Entscheidung zwischen Langlebigkeit, Preis und einer Nachhaltigkeit.

 

Welche Harthölzer gibt es?

Klassische Harthölzer für den Terrassenbau sind Bangkirai, Garapa, Massaranduba oder Bongossi. Aber man findet auch eine Eiche oder eine Robinie als europäisches Hartholz auf der Terrasse. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl weiterer Harthölzer.

 

Wo kommen die Harthölzer her?

Importierte Harthölzer kommen meist aus Südamerika, Afrika oder Asien. Durch die Europäische Holzhandelsverordnung ist es verboten illegal eingeschlagenes Holz innerhalb der EU in den Verkehr zu bringen. Daher muss ein Importeur heute einen lückenlosen Nachweis erbringen bezüglich Herkunft und Kunden, damit die Rückverfolgbarkeit des Holzes sichergestellt ist und nur legal eingeschlagenes Holz in den Handel kommt.

 

Bangkirai – das am stärksten verbreitete Terrassenholz

Bangkirai Baum: Shorea laevis ist der „Bangkirai Baum“, dessen Holz unter dem Handelsnamen Bangkirai vermarktet wird. Als Hartholz sind Yellow Balau Bangkirai Terrassendielen heute am stärksten verbreitet.  Dabei werden unter Bangkirai auch Holzarten wir Red Balau oder Keruing vermarktet. Das Wuchsgebiet von Shorea leavis sind Myanmar, Tailand und Maylayisia.
Das Yellow Balau Bangkirai Holz ist ein sehr wiederstandsfähiges und dauerhaftes Holz mit einer hohen Festigkeit. Es wird in der Dauerhaftigkeitsklasse 2 geführt. Die Haltbarkeit wir mit 20 – 25 Jahren angegeben.


Bangkirai Holzlängen: Die Längenangaben erfolgt im engl. Fußmaß  in den Längen Längen: 2,44m, 2,74m, 3,05m, 3,35m, 3,68m, 3,97m, 4,27m, 4,58m, 4,89m. Am begehrtesten sind dabei die Längen zwischen 3 und 4 m. Das Standardmaß ist 25 mm stark und 145 mm breit mit einer zweiseitigen Riffelung. Die eine Seite ist grob die andere Seite fein geriffelt. Bangkirai glatt, d. h. beidseitig glatte Dielen werden meist mit einer 21 mm Stärke und einer 145 mm Breite angeboten.

Bangkirai KD / AD: Häufig findet man bei der Auslobung die Bezeichnung Bangkirai AD (air dried / Lufttrocknung) oder Bankirai KD (kiln dried / Kammertrocknung). Bei einer KD Trocknung wird das Holz in einer Trockenanlage künstlich auf ca. 18 % gebracht. Diese Trocknung ist sehr aufwendig und erfordert einen enormen Energieaufwand, der der ein Bangkirai KD getrocknet auch massiv teurer macht.

Bangkirai Unterkonstruktion: Beim Kauf einer Bangkirai Terrassendiele entsteht automatisch die Frage, ob eine Bangkirai Unterkonstruktion zwingend erforderlich ist? Da die Unterkonstruktion ja auch entsprechend teuer ist. Aus unserer Sicht, ist eine Bangkirai Unterkonstruktion nicht zwingend erforderlich, es muss aber eine Hartholz Unterkonstruktion sein. Sollten hier Fragen entstehen, so wenden Sie sich bitte an unsere Beratung.


Erfahrungen mit den gängigsten Harthölzern?

Garapa:
Garapa Terrassendielen sind eine qualitative Alternative zu den Bangkirai Terrassendielen. Das Edelholz stammt aus kontrolliertem Abbau in Brasilien. Die Brasilianischen Regierungsorganisationen IBAMA und SEMA kontrollieren diesen Abbau. Über das Holzhandelsgesetz wird innerhalb der EU sichergestellt, dass nur legal eingeschlagenes Holz in den Handel kommt. Die Garapa Holzeigenschaften sind sehr dauerhaftes Hartholz (Haltbarkeit ca. 20 – 25 Jahre), sehr wenig Äste, hohe Beständigkeit gegen Pilze und Schimmel, sehr glatte Oberfläche und edler Farbton. Die Abmessungen für Garapa Dielen glatt sind meist 21 x 145 mm x Länge, die geriffelte Garapa Terrassendiele hat meist eine Abmessung von 25 x 145 mm x Länge. Die Dielen werden meist immer kammergetrocknet (KD) angeboten, d. h. das Terrassenholz ist verzugsärmer und das Schwind- und Quellverhalten ist geringer als bei einer AD-Ware.

Massaranduba:
Das Massaranduba Terrassenholz und Massaranduba Unterkonstruktion stammt fast ausschließlich aus Mittel- und Südamerika. Das Massaranduba Holz besitzt eine hohe Resistenz gegen Pilz- und Insektenbefall und wird vorzugsweise im Außenbereich eingesetzt mit einer Dauerhaftigkeitsklasse von 1 - 2.

 

FSC zertifizierte Hölzer – was ist das?

Der Forest Stewardship Council, kurz FSC, ist ein System zur Zertifizierung und Etablierung einer  nachhaltigen Forstwirtschaft. Durch die Zertifizierung wird der Holzfluss, die Verarbeitung und Verteilung zwischen Wald und Endkunden kontrolliert. FSC – zertifizierte Produkte werden mit dem Logo gekennzeichnet und so für den Verbraucher kenntlich gemacht.

 

Holzhandelssicherungsgesetz (HolzSiG)

Durch das Holzhandelssicherungsgesetz müssen Holzhändler die Herkunft ihres eingekauften Holzes nachweisen, bevor sie es in die Europäische Union importieren. Durch das Holzhandels-sicherungsgesetz (HolzSiG) wird die Umsetzung der europäischen Gesetzgebung in deutsches Recht gewährleistet. So wird sichergestellt, dass kein illegal eingeschlagenes Holz innerhalb der EU verkauft wird.

 

Wie baue ich meine Terrasse mit Hartholz? – Was muss ich beachten?

Für Riffeldielen, Holzroste, Garten- und Terrassendecks gibt es weder Produkt- noch Qualitätsnormen noch Anwendungsempfehlungen in Form von DIN-Normen. Deshalb hat der Gesamtverband Deutscher Holzhandel in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständigen für Holz und Holzschutz nachfolgende Anwendungsempfehlung zusammengestellt:

  • Vor der Verlegung der Dielen empfiehlt es sich, die Holzfeuchte der Dielen zu ermitteln (elektrisches Holzfeuchtemessgerät). Die Erfahrung zeigt, dass sich im Frühjahr und Sommer nach längeren Trockenperioden Holzausgleichsfeuchten um die 10% und im Winter knapp unter Fasersättigung (25 – 30%) in den Dielen einstellen. Je nach Trockenzustand der Dielen beim Einbau sind entsprechende Abstände zwischen den Dielen zu berücksichtigen. Eine Einbaufeuchte von ca. 18% stellt den Mittelwert zwischen den beiden extremen Klimaten dar.
  • Die Unterkonstruktion ist so stark zu dimensionieren bzw. auszuführen (Befestigung auf dem Untergrund), dass sie dem Verzug durch das Quellen und Schwinden über das Jahr hin bei den Dielen und Decks standhält, ohne hochzugehen. Latten oder gar Leisten können den Verwindungskräften, insbesondere bei Hartholzdielen, nicht genügend Widerstand bieten, so dass die ganze Konstruktion hochkommt. Eine Hartholz Terrassendiele benötigt unbedingt auch eine Hartholz-Unterkonstruktion, es muss nicht unbedingt die gleiche Holzart sein. Ein Weichholz benötigt eine Weichholz Unterkonstruktion.
  • Die Abstände zwischen den Auflagen sollten 40 bis 60 mm Breite, abhängig von der Brettstärke, nicht überschreiten, vergleichbar der Dielenbodenverlegung in Innenräumen. Die Dielendicke sollte bei Harthölzern ca. 20 mm und bei Weichholz ca. 27 mm nicht unterschreiten. Diese vergleichsweise kurzen Auflagerabstände stellen sicher, dass sich das quell- und schwindungsbedingte Verziehen oder Verwerfen einzelner Bretter in Grenzen hält und die Ebene eben und stolperfrei bleibt. Vielfach werden gerade bei Stahlbau-Konstruktionen zu große Auflagerabstände gewählt.
  • Durch einen wasserdurchlässigen Bodenaufbau aus Sandschicht und darüber liegender Kiesschüttung kann Staunässe unter den Dielen und Decks vermieden werden. Ebenso sollte Staunässe auf den Dielen, z. B. unter Sonnenschirmständern, Blumentöpfen etc. vermieden werden.
  • Für ein leichtes Gefälle sorgen, damit das Wasser ablaufen kann.
  • Für ausreichende Hinterlüftung unter den Bodenbelägen sorgen.
  • Die Dielenbreite sollte 145 mm nicht überschreiten.
  • Im Randbereich der Konstruktion sollten die Brett-Enden möglichst nahe an der Außenkante der Unterkonstruktion montiert werden, damit die Brett-Enden nicht zu weit frei überhängen und sich somit nicht verwerfen können.
  • Jedes Brett ist auf der Breite mit mindestens zwei Edelstahlschrauben auf der Unterkonstruktion zu befestigen! Die Schrauben sollten die 2,5-fache Länge der Brett-Dicke haben. Schraubenlöcher, insbesondere bei dickeren Brettern, in jedem Fall aber bei Harthölzern, vorbohren, wegen Spalt- und späterer Rissvorbeugung. Ausreichenden Abstand (ca. 100 mm) von den Brett-Enden lassen. Die Verschraubung sollte in den Riffelkuhlen erfolgen. Ein Vorbohren erübrigt sich, wenn „selbst-vorbohrende“ Schrauben, die für Hartholzdielen im Außeneinsatz und für Nadelholzhobeldielen geeignet sind und entsprechende Drehmomentschrauber, verwendet werden.
  • Ob man besser die linke oder rechte Brett-Seite nach oben nimmt, dazu gibt es verschiedene Expertenmeinungen: Für die rechte Brett-Seite nach oben spricht: Die rechte Seite bekommt weniger Risse, so können sich keine „Wassertaschen“ bilden. Das Brett ist im trockenen Zustand rund, bildet an der Oberfläche einen Buckel, das Wasser läuft besser ab, keine überstehenden Stolperkanten an den Brett-Übergängen.
  • Aber: Bei einigen Nadelhölzern können Ring- und Schilferrisse im marknahen Bereich zum Ablösen ganzer Jahresringe mit entsprechender Verletzungs- oder Stolpergefahr führen. Deshalb bevorzugen manche insbesondere bei der Lärche die linke Brett-Seite. Wichtig ist: Einheitlich entweder rechte oder linke Seite nach oben, vor allem wenn Bretter in der Länge gestoßen werden.
  • Dielen aus Tropenholz werden oftmals frisch eingeschnitten und geliefert; deshalb ist hier im ersten Jahr dem zusätzlichem Schwund von frischem Zustand bis zu der am Verwendungsort üblichen Holzausgleichfeuchte Rechnung zu tragen. Dabei sollten eher schmälere Brett-Breiten gewählt werden. Wegen der durch die Erstschwindung auftretenden besonders großen Schwund- und Verzugskräfte ist auf eine feste, verwindungssteife Unterkonstruktion und sichere Befestigung der Dielen auf der Unterkonstruktion besonderer Wert zu legen. Bongossi und Bangkirai zeichnen sich durch hohe Schwind- und Quellwerte aus: Praxiserfahrungen zeigen bei Bangkirai bei einer 145 mm breiten Diele 8 bis 12 mm Schwund.
  • Bei den überlicherweise luftgetrockneten Bangkirai-Dielen genügt ein ca. 5 mm Abstand zwischen den einzelnen Dielen (bei Brett-Breiten bis 100 mm), um das jahreszeitlich bedingte Schwinden und Quellen aufzunehmen.
  • Das Splintholz aller Holzarten ist nicht witterungsfest, daher wenig dauerhaft. Insbesondere bei Staunässe ist der Splint, wenn ungeschützt, in wenigen Jahren weggefault. Deshalb ist bei europäischer und sibirischer Kiefer, Douglasie, Lärche etc. mit Splintanteil eine Kesseldruckimprägnierung zu empfehlen.
  • Die Riffelung dient mehr der Boden-Oberflächen-Optik; Eindrücke und Abnutzungserscheinungen fallen weniger auf. Ob die Riffelung einen Anti-Slipschutz bietet, wird kontrovers diskutiert.
  • Es gibt eine Reihe von Holzarten, wie z. B. Bangkirai, aus denen in Verbindung mit Regen über einen längeren Zeitraum dunkle Inhaltsstoffe ausgewaschen werden. Deshalb ist bei Balkonen und Terrassen, z. B. auf Garagen, für eine regulierte Entwässerung zu sorgen, z. B. über Regenrinne, Balkongully und Fallrohr, so dass es zu keiner Verschmutzung von Fassaden kommt! Damit wird nicht nur der Verschmutzung der Fassaden durch Holzinhaltsstoffe, sondern auch durch späteren gelösten Schmutz auf den Terrassen, der ebenso zu Verschmutzung der Fassaden führt, vorgebeugt.
  • Um die jahreszeitlich bedingten Schwind- und Quellvorgänge zu reduzieren, empfiehlt sich eine Oberflächenbehandlung mit wasserabweisenden Mitteln; sie dient gleichzeitig als Pflege für eine bessere Oberflächenoptik.
  • Typische, dem naturgewachsenen Material Holz entsprechende Eigenschaften und holzarttypische Merkmale und damit keine Fehler sind- das Vergrauen der Oberfläche ohne Oberflächenbehandlung
    - die Neigung zum Verziehen / Verwerfen des Brettes durch Drehwuchs
    - Rissbildung an der Oberfläche und an den Brett-Enden, hervorgerufen durch das Arbeiten des Holzes
    - Harzgallen / Harzaustritt bei einigen Nadelhölzern, z. B. Kiefer
    - raue Stellen durch Wachstumsanomalien
    - feine Bohrlöcher, hervorgerufen durch Frischholzinsekten bei Harthölzern z. B. Bangkirai.

 

Terrassendielen verlegen Anleitung pdf

 

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