Solarfassade am Altbau nachrüsten – zukunftsfähige Sanierung mit Mehrwert

Die Gebäudehülle eines Altbaus bietet häufig ungenutzte Potenziale für eine energetische Nachrüstung. Mit der Installation einer Solarfassade lässt sich die Außenwand zur produktiven Fläche aufwerten: Sie erzeugt Strom und trägt zur Modernisierung des Gesamtgebäudes bei. Wer eine Photovoltaik Fassade im Altbau nachrüstet, steigert nicht nur die Energieeffizienz, sondern schafft auch architektonisch interessante Gestaltungsmöglichkeiten – beispielsweise in Kombination mit einer hochwertigen Fassadenverkleidung.
Kann ein Altbau mit einer Solarfassade nachgerüstet werden?
Eine Nachrüstung ist in vielen Fällen möglich – und technisch gut umsetzbar. Vor allem dann, wenn ohnehin eine Sanierung der Fassade ansteht oder die Dachflächen für eine Photovoltaikanlage ungeeignet sind, lohnt sich der Blick auf die Fassade. Voraussetzung ist, dass die Außenwand statisch tragfähig ist und keine baurechtlichen Hindernisse bestehen. Auch denkmalgeschützte Gebäude lassen sich unter bestimmten Bedingungen mit einer zurückhaltend gestalteten Photovoltaikfassade ausstatten.
Durch die vertikale Montage der Module, die sich gut in den Bestand integrieren lässt, wird die Fassade zur zusätzlichen Energiequelle – ohne die Grundstruktur des Gebäudes stark zu verändern.
Welche Vorteile hat eine Solarfassade am Altbau?
Eine nachgerüstete Solarfassade erfüllt gleich mehrere Funktionen: Sie erzeugt saubere Energie, schützt die Bausubstanz vor Witterungseinflüssen und bietet neue gestalterische Optionen. Besonders bei Gebäuden mit wenig geeigneter Dachfläche oder ungünstiger Ausrichtung ist die Photovoltaik Fassade eine attraktive Lösung.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- • Effiziente Flächennutzung: Fassadenbereiche, die bisher ungenutzt blieben, werden zur Stromgewinnung erschlossen.
- • Gestalterische Aufwertung: Die Module können gezielt als modernes Designelement in die Fassade integriert werden – auch in Verbindung mit hochwertigen Fassadenverkleidungen.
- • Geringere Verschmutzung: Durch die senkrechte Montage sammeln sich deutlich weniger Schmutz, Laub oder Schnee auf den Modulen.
- • Ertragserhöhung im Winter: Besonders bei tiefstehender Sonne erzeugen vertikal montierte Module zuverlässig Strom.
- • Systemvielfalt: Die Fassade kann mit anderen Solarlösungen kombiniert werden – zum Beispiel einem Solarcarport oder einem Solarzaun für zusätzliche Energieerträge.
Diese Vorteile zeigen, dass eine Solarfassade nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch und strategisch ein Gewinn für den Altbau ist.

Welche Voraussetzungen muss der Altbau erfüllen?
Nicht jeder Altbau eignet sich automatisch für eine PV-Fassade – aber viele sind überraschend gut vorbereitet. Wichtig ist, die baulichen Gegebenheiten und die Ausrichtung der Fassadenflächen im Vorfeld zu prüfen. Die folgenden Punkte helfen dir bei der ersten Einschätzung:
Checkliste: Ist dein Gebäude für eine Solarfassade geeignet?
Vor dem Start der Planung solltest du folgende Fragen klären:
- • Ist die Außenwand statisch belastbar (z. B. aus Mauerwerk oder Beton)?
- • Gibt es ausreichend große, möglichst unverschattete Fassadenbereiche?
- • Ist eine Fassadensanierung geplant oder notwendig?
- • Liegen besondere Auflagen durch Bauordnung oder Denkmalschutz vor?
- • Können Kabel, Wechselrichter und Anschlüsse sinnvoll integriert werden?
- • Besteht Interesse an einem kombinierten System (z. B. mit Dachanlage)?
Wenn viele dieser Punkte erfüllt sind, steht der Nachrüstung in der Regel nichts im Weg. Eine genaue Prüfung durch Fachleute ist dennoch empfehlenswert – vor allem hinsichtlich Statik und Befestigung.
Welche Montagesysteme kommen bei der Nachrüstung zum Einsatz?

Für die Nachrüstung an Bestandsgebäuden eignen sich zwei Montagesysteme besonders gut: Konsolensysteme und hinterlüftete Trägersysteme. Beide lassen sich ohne größere Eingriffe in die Fassade montieren und bieten gleichzeitig eine stabile Grundlage für die Solarmodule.
Die zwei gängigen Varianten im Überblick:
- • Konsolensysteme: Einzelkonsolen werden direkt auf die Wand aufgebracht und gleichen Unebenheiten aus. Sie sind ideal, wenn die bestehende Fassade erhalten bleiben soll.
- • Hinterlüftete Schienensysteme: Diese ähneln einer vorgehängten Fassade. Sie sorgen für eine kontinuierliche Luftzirkulation hinter den Modulen und lassen sich gut mit zusätzlicher Dämmung kombinieren.
Die Wahl des Systems richtet sich nach baulichem Zustand, Optik und Montageaufwand. Eine ausführliche Anleitung findest du in unserem Beitrag zur Montage von PV-Modulen an der Fassade.
Wie läuft die Nachrüstung einer Solarfassade ab?
Eine Solarfassade wird schrittweise am Altbau installiert. Eine sorgfältige Vorbereitung sorgt dafür, dass das System dauerhaft sicher und effizient arbeitet.
Ablauf der Nachrüstung – Schritt für Schritt:
- 1. Analyse der Bausubstanz und Fassadenfläche
- 2. Auswahl eines geeigneten Montagesystems
- 3. Planung der elektrischen Anbindung und Kabelwege
- 4. Installation der Unterkonstruktion an der Fassade
- 5. Montage der Solarpanels auf der Trägerstruktur
- 6. Anschluss an Wechselrichter und Netz
- 7. Inbetriebnahme und Prüfung durch Fachbetrieb
Wer handwerklich erfahren ist, kann vorbereitende Arbeiten teilweise selbst übernehmen. Die elektrische Verbindung sollte allerdings immer durch eine qualifizierte Elektrofachkraft erfolgen.
Wie pflegeintensiv ist eine Photovoltaik Fassade?

Solarfassaden sind deutlich weniger wartungsintensiv als Dachanlagen. Durch die senkrechte Montage lagern sich weniger Schmutz, Laub oder Staub ab – auch Schnee bleibt kaum haften. Dennoch empfiehlt sich eine regelmäßige Sichtprüfung, um Ertragseinbußen durch Verschmutzung oder technische Mängel zu vermeiden.
Tipps für die Reinigung und Wartung:
- • Leichte Verschmutzungen mit Wasser und einem weichem Tuch entfernen
- • Keine scheuernden oder aggressiven Mittel verwenden
- • Halterungen und Kabel regelmäßig inspizieren lassen
- • Bei schwer zugänglichen Flächen ggf. Fachbetrieb beauftragen
Solarfassaden machen Altbauten fit für die Energiezukunft
Die Nachrüstung eines Altbaus mit einer Solarfassade ist eine wirkungsvolle Maßnahme zur energetischen Modernisierung. Sie ermöglicht die Nutzung zusätzlicher Flächen, steigert den Immobilienwert und verbessert die Energiebilanz – ohne die Architektur grundlegend zu verändern. In Kombination mit weiteren Systemen wie einem Solarzaun oder Solarcarport lässt sich eine umfassende Eigenversorgung mit Solarstrom realisieren. Wer sorgfältig plant und auf hochwertige Komponenten setzt, kann auch im Altbau von allen Vorteilen einer modernen Photovoltaikanlage profitieren.


















